home FAQs: Was ist Blues?
 

Am 10.08.1920 erschien der Begriff 'Blues' zum ersten mal im Kontext einer Schallplatte, welche den Namen 'Crazy Blues' trug und von Perry Smith gesungen wurde. Der Blues, wie wir ihn heute kennen, ist gegen Ende des 19. Jhds. im Mississippidelta entstanden. Seine Wurzeln liegen in der europäischen und afrikanischen Volksmusik, welche von den nordamerikanischen Sklaven zu einer eigenständigen musikalischen Form weiterentwickelt wurden.

Die Texte des Blues dienen vor allem der Bewältigung der afro-amerikanischen Alltagserfahrungen, die zugleich die potentiellen Erfahrungen eines jeden sein könnten. Nachdem der Blues in den zwanziger Jahren durch die Schallplatte eine rasche Verbreitung bis hin nach Europa erfährt, beginnt das Genre sich ebenso rasch weiterzuentwickeln.

Der statische, bis in die 70er archaische Reste bewahrende Country Blues, entwickelt sich zum City Blues, der auch als die Kabarettversion des Blues bezeichnet wurde, da er vor allem von den Angehörigen einer schwarzen Bildungsschicht konsumiert wurde, die ihre Treffpunkte im Amüsiermilieu hatten. Zu den bekanntesten BluessängerInnen der ersten Stunde gehören Bukka White, Ma Rainey, Blind Lemon Jefferson, Mamie Smith, Big Bill Broozy, Billie Holiday, Roosevelt Sykes, Bessie Smith und Huddie "Leadbelly" Ledbetter.

Weiterentwickelt wurde der City Blues u.a. von Joe Turner, T-Bone Walker, Muddy Waters, Howlin' Wolf und Willie Dixon, welche Rockelemente und vor allem die elektrische Gitarre in den Blues brachten. In den letzten Jahren haben vor allem Bands wie The Jon Spencer Blues Explosion, Sister Double Happiness oder Jack O'Fire mit ihrer unbekümmerten Interpretation des Blues dafür gesorgt, daß in dem Genre immer noch ein frischer Wind weht.